In diesem Jahr gab es ein paar interessante Wendungen und frische Gesichter im vertrauten Grimsel-Setting der Bäregg. Viele Begleiter*innen waren das erste Mal dabei, die Bergführerin Anne-Aylin Sigg übernahm die technische Leitung, das Küchen-Team Barbara und Martin war erstmals mit im Lager und ich wechselte aus dem Begleiter*innen-Team in die Hauptleitung. Trotz all dieser Veränderungen war es wunderbar zu sehen, wie schnell sich die gesamte Gruppe vertraut angefühlt hat und der familiäre Bäregg-Vibe auf kam.
Sonntags ging’s bei bestem Wetter los: Ein freudiges Wiedersehen am Grimselpass, das sich anfühlte wie ein Familientreffen. Einrichten in der Hütte, Kennenlernen, Ankommen – alles im gewohnt geordneten Chaos.
Am Montag wurden wir mit einem traumhaften Vormittag beschenkt. Das traditionelle Anklettern am Sektor “Seilbähnli” im T-Shirt – einfach herrlich! Wir hätten uns beinahe mehr schattige Pausenplätze gewünscht. Ein Klettertag voller Plattenschleichereien, boulderiger Einzelstellen, kniffliger Verschneidungen und strahlender Gesichter – einfach ein Erlebnis!
Die Wetteraussichten für die restliche Woche waren, wie so oft in diesem Sommer, unbeständig. Gewitter und Niederschläge standen auf dem Programm, aber wir blieben optimistisch. Der bewährte Trick, den Teller leer zu essen, funktionierte in der Regel und war ein Kinderspiel, denn das Küchen-Dream-Team ließ uns kulinarisch auf eine köstliche kleine Weltreise gehen. Es war ein Festmahl!
Bis auf zwei kleine Ausnahmen konnten wir alle Unternehmungen ohne wetterbedingte Rückkehr zur Hütte durchführen. Je nach Vorliebe ging’s zum Sportklettern, Wandern oder Mehrseillängen-Klettern. Dazwischen strahlten wir, bauten Steinmännchen, bewunderten Sternschnuppen und Regenbögen und hatten viel Spaß.
Selbst am Mittwoch, dem Tag mit der besten Wetterprognose für ein nasses Abenteuer, machten sich alle drei Gruppen unerschrocken auf. An den Zielorten angekommen, wurde schnell klar, dass es nicht wirklich sinnvoll war, die Routen einzurichten. Stattdessen kehrten wir zur Hütte zurück – immerhin auf trockenen Füßen. Ein bisschen frische Luft und Bewegung gab’s so trotzdem, und danach? Ein ruhiger Hüttennachmittag. Wer jetzt an Kartenspielen und Müßiggang denkt, ist etwas schief gewickelt! Stattdessen verwandelten wir das Treppenhaus in eine regensichere Mehrseillänge und im Souterrain schufen kreative Köpfe einen Sportkletter-Parcours mit verschiedenen Kriechpassagen, Quergängen, Hangeleien und kniffligen Klipp-Positionen. Im Aufenthaltsraum wurde an der Sicherungstechnik gefeilt.
In den folgenden Tagen konnten wir die Mittwoch-Unternehmungen dank einer gnädigen Wettergöttin nachholen, und alle Bergbedürfnisse wurden gestillt. Die Energie und Motivation der Teilnehmenden waren bis zum letzten Tag ungebrochen; wir begingen Mehrseillängen, erklommen das “Kleine Sidelenhorn” und kletterten zahlreiche Sport-Routen. Ein großer Spaß!
Und dann war er plötzlich wieder da: der Abreisetag mit Packen, Auswischen und dem klassischen Trubel am Grimselpass. Gerade hatten wir noch das Gefühl, eine ganze Woche vor uns zu haben, und schon standen wir im Abschiednehmen.
Zum Glück gilt aber: Nach dem Bäregg ist vor dem Bäregg! Und ich freue mich jetzt schon wieder auf das nächste Jahr, die neuen Geschichten und prägenden Erlebnisse.
An dieser Stelle auch noch einmal ein herzliches, riesiges Dankeschön an alle Begleiter*innen, Sponsor*innen, Gönner*innen und Teilnehmer*innen. Nur durch euer Engagement, eure Kreativität und Freude an der Sache ist das alles möglich!


































